Die Casa der Mari-Carmen, Berge, Strände ... und Regen

Das Flußtal des Sella teilt die Berge bei Ribadesella, und so kann man flußaufwärts nach Arriondas gelangen, danach bis Covadonga, wo der Pelayo die Mauren mit Steinen bewarf, und nun ist man schon in den Picos de Europa, schroffe Felsgesellen, die auch hochalpine Freunde auf ihre Kosten kommen lassen können. Unseren Strand müssen wir erst einmal suchen. Beim nächsten Bauernhof wird man, sofern der nötige Scharfsinn vorhanden ist, über den Zaun steigen und sich danach zwischen Kühen (Wo ist der Bulle gerade?) und Schafen drängeln, bis man den Rand der Steilküste erreicht. Nun aber: Ein atemberaubender Anblick! Der Pedral de Arra, der Steinstrand ist direkt unter uns, Stein und Klippen, die weit in den Atlantik hineinreichen und sich unter dem Wasser fortsetzen. Der gut ausgebaute Abstieg, 187 Treppenstufen hinunter, ist schon allein ein Erlebnis. Die vor dem Meer aufgehäuften Klippen laden bei gutem Wetter mit schönen Becken zum Baden oder einfach nur zur Erkundung ein. Unser erster Freund ist ein kleiner Pulpo, ein Tintenfisch, 30 cm mit Tentakeln, der sich in die Becken verirrt hat. Und Steine sammeln kann man oder einfach nur auf eine Klippe sitzen und ins Meer schauen. Wenn es nicht regnet. Champagner des Alltags nennen sie es hier, naja. Unsere Freunde maulen schon. Die nächsten Strände sind in Ribadesella und westlich hinter Ribadesella, beide kilometerlang, der eine als Stadtstrand sehr, der bei La Vega weniger frequentiert. Schön ist auch der kleine Flußstrand bei Cuerres, bei dem im flachen Wasser in einem Klippencanyon direkt in den Atlantik gewatet werden kann, aber da hat es ja schon wieder geregnet.

Also, ich weiß auch nicht, warum das Fest Mari-Carmen hier nicht so rauschend gefeiert wird. Dafür gibt es andere lustige Feiern, ich erwähnte ja schon das Sidresaufen an den Quellen (und Kuscheln an weichen Körperteilen, ähem). Dazu gibt es Anfang August zwischen Arriondas und Ribadesella noch das lustige Paddelbootrennen. Ich kann Euch sagen, man sieht den ganzen Bach vor lauter Booten nicht mehr. So mancher muß durch das flache Wasser über Geröll schrubben. Sogar die Eisenbahn ist geschmückt und begleitet das Gepaddel. Und hinterher wird gefeiert, daß in Ribadesella die Schwarte kracht! Danach kann man den sonst sauberen Ort gar nicht wiedererkennen. Vor zwei Jahren fand ich sogar eine bekannte Persönlichkeit der Stadt (es war nicht der Bürgermeister und auch nicht der Pfarrer, ätsch!) irgendwo am Strand wieder und er fand den Weg nach Hause nicht mehr, murmelte nur: "Ich habe mich in der Sahara verlaufen", oder sowas. Als Trasgu hilft man da gerne weiter und schweigt hinterher diskret. Das ist selbstverständlich. Dieser Bericht wird doch nicht etwa veröffentlicht? Diese Fete verpasse ich dieses Jahr natürlich, was mußte ich auch in den Koffer hopsen?

Internetlinks:
Veranstalter Terraviva

Señora Mari-Carmen erklärt, daß ihre Großmutter Mari-Carmen heißt und auch ihre Tochter trägt den Namen Mari-Carmen. Mit unserer Marie-Carmen ist das schon eine ganz schöne Sammlung. Aber das Fest Mari-Carmen wird zu unserem Kummer (16. Juli) trotzdem nicht gefeiert. Wir schenken der Señora wenigstens Blumen, und sie bedankt sich mit Kuchen satt. Wir leben nun auf der Finca Espina von Señora Mari-Carmen, wo alles, was nur geringfügig einem Gebäude ähnelte, zu einem Domizil für gestreßte deutsche Großstädter ausgebaut ist. Für die Kinder gibt es einen eigenen Spielplatz mit Fußballfeld. Ansonsten ist der Tourismus in Asturien eher spanisch. Espina ist in dieser rein spanischen Urlaubsgegend eine deutsche Kolonie. Wer nervige Madrider kennt und arrogante Catalanen nicht mag, der kann darüber froh sein. Die ersten Berge gibt es schon gleich vor dem Haus, d. h. wenn sie Dienst haben und der Nuberu gerade in Ägypten bei seiner Familie weilt.

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