Ribadesella und Geister in Asturien

Die Kerzen lassen sich nur elektronisch anzünden. Eigentlich besteht Ribadesella aus zwei Teilen: Der von mir eben geschilderten Altstadt auf der einen Seite der Mündung des Sella und dem neuen Ortsteil, der sich mit Hotels und neuen Häuschen am Strand von Santa Marina entlang zieht und zu dem man über die dünne Straßen- und Fußgängerbrücke über dem Sella kommt. Santa Marina ist der sehr kindergeeignete, aber auch relativ gut frequentierte Stadtstrand von Ribadesella. Die ganze Schönheit des Ortes wird von oben, von der Ermita de Guia offenbar, die sich auf einer ins Meer vorspringenden Felsenhalbinsel befindet, die den Rio Sella zwingt, im Halbkreis ins Mar Cantabrico, einem Teil des Atlantiks, zu fließen. Aber auch hier kann der Nuberu wieder mit Nebel und Dunst zuschlagen und den Ort mit einem unwirklichen Schleier überziehen. Der Kraft der Geister (oder der touristischen Anziehung) bewußt haben die Stadtväter von Ribadesella an der Mole unterhalb der Ermita einen mythologischen Wanderweg eingerichtet: Auf Schautafeln können wir uns über den Nuberu (Nebelgeist), den Trasgu (Hausgeist), die Xanas (Quellnymphen) usw. in zwei Sprachen (Asturianisch und Spanisch) informieren. Xente, wohl dem der Fremdsprachen kundig ist. Ein dritter Text in Englisch hätte der Schönheit der Tafeln sicher keinen Abbruch getan.

Es ist ja auch vorrangig für die eigenen Leute gedacht, sich den alten Geistern wieder bewußt zu werden. Welcher Haushalt in den modernen Wohnblocks irgendwo in den Industrieregionen Asturiens hat heute noch seinen Trasgu? Ja, vielleicht in den abgelegenen Orten, aber auch dort thronen die Satellitenschüsseln auf den Kornspeichern! Die moderne asturische Hausfrau mit ihren domesticus electronicus saugt den armen, herumlungernden Trasgu einfach auf. Da muß man ja in fremde Koffer hüpfen! Und den Sella mit der Saale vertauschen, den Nixen Grüße von den Xanas bringen. Und vielleicht kann ja der Nuberu einen Wolkentransit einrichten, damit wir die geplagten Saalenixen mal zum Urlaub nach Asturien schicken können. Und eine Kompanie Trasgus schicken wir zum Saubermachen auf Halles Straßen.

Internetlinks: Ribadesella,
Mythologie1 und
Mythologie2

Ribadesella, selbstbewußt "Strand der Picos de Europa" genannt, unserer Meinung nach der schönste Ort an diesem Abschnitt der Küste, ist von unserem Haus gut zu Fuß zu erreichen. Dazu nehmen wir einfach den Jakobsweg, kommen an der FEVE-Station vorbei, von der im nächsten Abschnitt die Rede sein wird, schwenken aber kurz vor der Stadt ab und gehen hinauf zum auf einem Hügel gelegenen Friedhof. Von dort geht der Weg wieder hinab in die Stadt und kommt direkt an der Kirche im Stadtzentrum heraus. Hier zwischen zwei bis drei Straßenzügen spielt sich das Leben in Ribadesella ab. Hier gibt es Geschäfte zum Einkaufen und Restaurants, die schmackhafte spanische Tagesmenüs zwischen 6,50 und 11,50 Euros anbieten, je nach Qualität und Geschmack. Für Kinder ist man aufgeschlossen, zwei Kinder können sich auch ein Menü teilen. Große Sehenswürdigkeiten darf man in Ribadesella nicht erwarten, wenn man die Höhle Tito Bustillo ausklammert, von der hier noch gesondert die Rede sein soll. Die Kirche ist modern, aber wunderschön ausgemalt. Sie scheint eher vom Aufbruch in der katholischen Kirche nach dem 2. vatikanischen Konzil geprägt worden zu sein, als von den uralten verknöcherten spanischen Traditionen. Aber auch hier:

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